Zum jährlichen Plenum – der Versammlung aller Bündnispartner – kam das Bündnis für Demokratie und Menschenrechte Karlsruhe am 25. März zusammen. In der Aula der Europäischen Schule (Karlsruhe-Waldstadt) standen Impulse, der Rückblick aufs vergangene Jahr und Diskussionen zur weiteren Arbeit auf der Agenda.
Für einen anregenden und gleichzeitig wissenschaftlichen wie unterhaltsamen Kurzvortrag konnte Prof. Dr. Rolf-Ulrich Kunze vom KIT gewonnen werden. Der politische Zeithistoriker ging auf die „rechtsautokratische Revolution“ ein und beantwortete die aus zeitgeschichtlicher und politikwissenschaftlicher Perspektive Frage, wie „autoritäre Versuchungen das Recht zerstören“.

Die Frage- und Austauschrunde im Anschluss an den spannenden Impuls von Prof. Kunze widmete sich insbesondere auch den rechtlichen Rahmenbedingungen für ein mögliches AfD-Verbotsverfahren sowie den Rollen von Zivilgesellschaft und Justiz in diesem Prozess.
Einen weiteren, mehr praxisbezogenen Impuls steuerte die Europäische Schule Karlsruhe als Gastgeber des 4. Plenums des Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte Karlsruhe bei. Schulleiter László Munkácsy stellte mit Kollegen das internationale und auf Vielfalt ausgerichtete Bildungskonzept der Schule vor, die auch engagierter Teil des bundesweiten Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist.
Rückblick und Ausblick auf die Aktivitäten des Bündnisses
Im anschließenden internen Teil des Bündnis-Plenums blickten die Bündnispartner stolz auf die Aktivitäten des Bündnisses seit dem letzten Plenum im April 2025 zurück. Neben der laufenden Öffentlichkeitsarbeit konnten auch Projekte wie „Sprechen & Zuhören im Quartier“ angestoßen werden und mit zentralen Aktionen Sichtbarkeit in der Stadt erzeugt werden – beispielsweise mit der Aktion zur Reichsbürger-Kundgebung im Juli 2025. Seit Beginn des Jahres 2026 ist das Bündnis darüber hinaus zum Beispiel auf Instagram aktiv.
Mit dem klaren Blick nach vorne wurde anknüpfend daran die weitere Arbeit und zukünftige Ausrichtung des Bündnisses besprochen. An Ideen und Motivation dafür mangelt es keinesfalls, auch wenn die zivilgesellschaftlichen Akteure aus allen Bereichen sich mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert sehen. Personelle und finanzielle Ressourcen werden angesichts öffentlicher Sparmaßnahmen knapper, die Arbeit in Netzwerken und Bündnissen dadurch aber umso wichtiger. Dies unterstrich auch Prof. Dr. Rolf-Ulrich Kunze in einer abschließenden Bemerkung. Aus historischer Sicht, so der Politologe und Historiker, seien Unionen und Bündnisse immer erfolgreich gewesen. Nicht zuletzt, wie er mit einem Augenzwinkern hinzufügte, weil Bündnisarbeit auch einfach Spaß mache!
Demonstration von demokratischem VR-Projekt
Einen ganz praktischen Einblick in die vielfältige Demokratie-fördernde Arbeit, die innerhalb des Karlsruher Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte geleistet wird, konnten die Vertreter*innen der über 80 Bündnispartner im Anschluss an das Plenum selbst erhalten. Oliver Langewitz vom Filmboard Karlsruhe e.V. stellte das multimediale Kooperationsprojekt „Im Labyrinth der Demokratie“ vor.

Dieses wird von insgesamt vier Bündnispartnern getragen wird und vermittelt mit Virtueller Realität (VR) die Bedeutung ausgewählter Artikel des Grundgesetzes insbesondere an junge Menschen.
